Büchenbach, 25.03.2013: Natur- und Landschaftsschutz

Natur- und Landschaftsschutz

Bei einem Fachgespräch mit Staatsminister Helmut Brunner appellierte unser stellvertretender Bezirksvorsitzender Günter Reif, der seit Jahren den Dorfwettbewerb begleitet und seit geraumer Zeit auch der Bewertungskommission angehört, die Kriterien zu aktualisieren. Vor allem müsse das ehrenamtliche Engagement stärker gewichtet werden und die Informationsplattformen müssen die Dorfgemeinschaften frühzeitiger erreichen. Für den Wettbewerb auf Landkreisebene müssen die Unterlagen bereits bis Ende Juni eingereicht werden, noch vor der Sommerpause werden die Kommissionen ihre Entscheidungen treffen. Im kommenden Jahr fallen die Entscheidungen auf Bezirksebene, 2015 sollen die Landessieger gekürt werden. Erst 2016 werden dann die bayerischen Golddörfer am Bundeswettbewerb teilnehmen, ehe der Wettbewerb wieder von vorne startet. Brendel-Fischer und Reif nannten es dabei besonders bemerkenswert, dass von den zuletzt bayernweit 345 beteiligten Dörfern, 144 aus Oberfranken und nur zehn aus Oberbayern kamen. "Der Wettbewerb motiviert die Menschen durch Eigenverantwortlichkeit und schärft das Bewusstsein für die Werte im eigenen Dorf", sagte die Abgeordnete. Damit leiste der Wettbewerb einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des gesamten ländlichen Raums.

Mehr Verständnis für die Belange der Bienen haben Imker aus der Region beim Besuch von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in Büchenbach bei Pegnitz gefordert. "Wir Imker wollen nicht den nächsten Lebensmittelskandal", sagte Michael Zeilinger aus Oberreichenbach in Mittelfranken. Schon mit kleinen Maßnahmen, wie der Verschiebung der Spritzmittelausbringung in die Abendstunden könnten Erfolge zum Wohle der Bienen erreicht werden. Zusammen mit der Bezirksvorsitzenden des Verbandes für Gartenbau und Landespflege, der Landtagsabgeordneten Gudrun Brendel-Fischer, hatte der Minister in Büchenbach die Bioimkerei und den Lehrbienenstand von Maria und Anton Herzing sowie die Teichanlagen von Margot und Karl-Heinz Herzing besucht.

Brunner brach dabei eine Lanze für die Imker: "Bienen werden noch oft unterschätzt", sagte er. Nur mit flächendeckenden Bienenvölkern sei eine dauerhafte Bestäubung gewährleistet, deshalb gehörten Bienen untrennbar zu Bayern. Allerdings stellte Brunner auch fest, dass das Verständnis für Bienen und die Belange der Imker in der Gesellschaft deutlich zugenommen habe. Im Rahmen von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen von Landwirten werde mittlerweile regelmäßig auf die Bienenverträglichkeit verschiedener Maßnahmen hingewiesen. Auch das gehöre zur guten fachlichen Kompetenz von Landwirten, die von der Bevölkerung vorausgesetzt werde.

Bauern und Imker forderte Brunner auf, bei strittigen Fragen tragbare Kompromisse zu finden. Die Verwendung von bienenschädlichen Beizmitteln gehe beispielsweise bereits seit Jahren zurück. Bestens bewährt habe sich mittlerweile auch das Projekt "Imker auf Probe" der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Das Projekt soll insbesondere jungen Leuten ohne große Verbindlichkeiten einen ersten Einblick in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Imkerei ermöglichen. Die betreuenden Imkervereine erhalten dafür einen finanziellen Zuschuss. Brunner zufolge gibt es bayernweit rund 29000 Imker.

Zwei, die sich seit Jahren um die Nachwuchsgewinnung der Imker kümmern sind Maria und Anton Herzing, die in Büchenbach bei Pegnitz einen Lehrbienenstand und eine Bio-Imkerei betreiben. Das Ehepaar war 1998 zur Imkerei gekommen, hatte ein entsprechendes Grundstück am Ortsrand gekauft, eine Streuobstwiese angepflanzt, und sich mittlerweile zu leidenschaftlichen Imkern entwickelt. Anton Herzing ist Vorsitzender des Creußener Imkervereins und betreibt eine rege Jugendarbeit für Schulklassen und Kindergärten. Seit Juni ist Herzing einer von bayernweit 200 biozertifizierten Imkern mit derzeit 42 Bienenvölkern.

Fast in Sichtweite des Lehrbienenstandes betreibt Herzings Bruder Karl-Heinz im Nebenerwerb seine Anlage mit 24 Teichen, in denen er hauptsächlich Regenbogen- und Bachforellen sowie Saiblinge züchtet, aufzieht und als Satzfisch in einem Umkreis von 150 Kilometern vermarktet. Als einer der ersten Teichwirte wurde Herzing bereits 1998 zertifiziert, mit großem Aufwand hat er seitdem sämtliche Teichanlagen selbst gebaut und immer wieder modernisiert. Besorgt zeigte sich Herzing, dass der Kormoran wegen des langen Winters wieder zunimmt. Die Teichwirte forderten deshalb, die artenschutzrechtliche Verordnung auszusetzen, damit der Kormoran länger geschossen werden darf.

 

 

Am Lehrbienenstand von Anton Herzing betrachteten Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, die zuständige staatlich Fachberaterin Barbara Bartsch vom Amt für Landwirtschaft und die Landtagsabgeordnete und Bezirksvorsitzende des Verbandes für Gartenbau und Landespflege Gudrun Brendel-Fischer (von links) ein überwinterndes Bienenvolk.